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REGIONALE VIELFALT ENTDECKEN
Vor Ort Dez 14 2014

Wandern mit Schafen — Schäfermeister Bernd Keller gibt Einblicke in die Schafhaltung

Jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit lädt der Schäfermeister Bernd Keller zur Wanderung mit seiner Schafherde ein. Wir erfahren viel über die Schafhaltung und über das Leben als Schäfer.

Die Wolken hängen tief über dem Odenwald, als wir an diesem Dezembertag in Langenbrombach eintreffen. Das Wetter ist feuchtkalt, um so mehr erstaunt uns die große Anzahl Menschen, die sich hier für die Wanderung eingefunden hat. Inmitten der Teilnehmer entdecken wir Schäfermeister Bernd Keller – an seinem breiten Hut, dem langen Mantel und dem Stab unschwer zu erkennen. Bevor es los geht, hat Keller noch ein wichtiges Anliegen. Er erzählt von den Wölfen, die sich von Osteuropa über Ostdeutschland immer weiter verbreiten und die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass sie sich auch in Hessen niederlassen. Dies würde, so Keller, die Schäferei bedrohen, da seine Schafe dann zur leichten Beute für die Raubtiere werden.

Jetzt geht es los. Wir laufen aus dem Ort in Richtung Schafsweide. Auf dem Weg erzählt Keller, wie er 1998 mit den Schafen angefangen hat. Er suchte damals einen Ausgleich zu seinem Hauptberuf in einem Autohaus – wollte mehr Zeit in der freien Natur verbringen. Da brachten ihn Freunde auf die Idee sich ein paar Schafe zu halten. Schnell wurde aus einer Idee Wirklichkeit und aus den ersten zwei Schafen ist heute eine Herde von 130 Muttertieren geworden. Ein besonderes Merkmal seiner Schafe sind ihre schwarzen Köpfe und Beine – diese Rasse wird als deutsches schwarzköpfiges Fleischschaf bezeichnet.

An der Schafsweide angekommen, schickt Keller seinen Border Collie los: er soll die Schafe hertreiben. Der Hund springt mit Leichtigkeit über den einen Meter hohen Zaun. Schnell sind alle Schafe eingesammelt und es setzt sich eine „Herde“ aus Schafen und fast doppelt so vielen Menschen in Gang. Die Hügel hoch und runter, immer weiter. Die Schafe riechen nach nasser Wolle und dampfen in der Kälte. Die Felder liegen stimmungsvoll im Nebel. Es ist toll hier dabei zu sein. Wir laufen immer weiter, bis wir den Winterstall erreichen. Die Schafe überwintern im Stall, wenn es draussen zu nass und zu kalt wird und sie es schwer haben bei Schnee und Eis an nahrhaftes Gras zu kommen. Im Stall sehen wir auch einige kleine Lämmlein bei ihren Mutterschafen stehen. Im Winter füttert Keller seine Schafe mit Heu, Stroh und Silage, das von den umliegenden Wiesen geerntet wurde.

Am Winterstall angekommen gibt es für alle Zweibeiner Kaffee, Glühwein, Waffeln und Kuchen zur Stärkung. Und auch Wurst und Schinken aus Lammfleisch können hier gekauft werden. Das Lammfleisch von Bernd Keller ist auf Grund der hohen Qualität in der Region sehr gefragt und auch einige Odenwälder Restaurants beziehen ihr Fleisch von ihm. Wichtiges Qualitätsmerkmal ist die natürliche rote Farbe, die durch das im Weidenfutter enthaltene Karotin bedingt ist. Kellers Lämmer werden nach sechs bis neun Monaten Weidehaltung direkt, ohne langen Transport bei umliegenden Metzgereien geschlachtet. Wer die leckeren Lammfleisch-Köstlichkeiten probieren möchte, kann sie direkt bei Bernd Keller vorbestellen. Wir können den Lammschinken empfehlen!

Als letzten Höhepunkt dieses Nachmittags gibt Keller einen Einblick in die Hütearbeit mit seinen beiden Border Collies. Der Border Collie hat einen ausgeprägten Hüteinstinkt – er kann einzelne Tiere aus der Gruppe herausholen, fixiert sie mit den Augen und treibt die Schafe dem Schäfer zu. Auf das Rufen und Pfeifen von Schäfer Keller weiß sein Border Collie genau, was zu machen ist. Er rennt los, um die Schafherde eigenständig in verschiedene Richtungen zu lenken. Wirklich beeindruckend! Langsam wird es dunkel und wir machen uns auf dem Heimweg.

Kurzprofil

Schäferei Keller

Kontakt
Bernd und Christel Keller
Am Eckertsberg 11
64720 Michelstadt-Rehbach
Tel: +49 6061 71201

Öffnungszeiten:
auf Anfrage
Produkte
Lammfleisch und Wurst (auf Vorbestellung)
Schaf- und Lammfelle

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