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REGIONALE VIELFALT ENTDECKEN
Vor Ort Nov 23 2013

Bio-Rinder im Odenwald — Bewahrung einer alten Rasse

Es geht in den Odenwald, genauer gesagt nach Momart bei Bad König. Hier liegt der Biohof Weisse Hube, der für seine besonderen Rinder, dem fränkischen Gelbvieh bekannt ist.

Auf dem Hof angekommen begrüßt uns Hans Trumpfheller, der hier für seine achtzig Mutterkühe, deren Kälber und zwei Zuchtbullen sorgt. Die meisten Rinder stehen draussen auf den angrenzenden Weideflächen, auf denen sie den ganzen Sommer frei grasen. Erst wenn es zu kalt oder nass wird kommen die Rinder in die Ställe, in denen sie sich frei bewegen und bis April bleiben können.

Mit 23 Jahren übernahm Trumpfheller den seit 1650 bestehenden Familienbetrieb. Dann wollte er auswandern – nach Kanada. Er verkaufte alle Milchkühe seines Betriebes, doch aus seinen Plänen wurde nichts. Es war die Zeit für einen Neubeginn, nicht in Kanada, sondern auf seinem alten Hof. Ausgelöst durch den BSE-Skandal der 90er Jahre fiel seine Entscheidung auf eine deutsche, fleischbetonte Rinderrasse, das fränkische Gelbvieh, das heute zu den im Bestand bedrohten Nutztierrassen gehört. Die natürliche Mutterkuhhaltung und die Weidehaltung prägen den feinen Geschmack des Fleisches, welches besonders zart, saftig und gut marmoriert ist.

Wir gehen hinüber zum neuen Stall. Hier stehen schon die ersten Rinder und fressen gerade die Heuballen, die Trumpfheller in den warmen Monaten auf seinen Wiesen geerntet hat. Vorbei an kauenden Mäulern gelangen wir durch den hohen, offenen Stall zu den Weideflächen. Kaum stehen wir am Elektrozaun, kommen schon die ersten Tiere neugierig auf uns zugelaufen. Trumpfheller steigt über den Zaun und stellt sich zwischen seine Rinder. Zutraulich kommen die Kühe in seine Nähe und legen ihm den Kopf in den Arm. Neben der Haltung der Rinder ist Trumpfheller auch leidenschaftlicher Züchter, dabei hat er sich auf die Züchtung von genetisch hornlosen Rindern spezialisiert. Diese Tiere sind von Geburt aus hornlos – so bleibt den Tieren eine schmerzhafte Enthornung erspart. Doch Trumpfheller achtet bei seiner Zucht nicht nur genetische Merkmale, besonders wichtig ist ihm auch der Charakter seiner Gelbvieh-Rinder.

Trotz aller Idylle und viel Idealismus hier oben auf den Hügeln des Odenwaldes gibt es für diesen Biobetrieb noch immer Herausforderungen die Rinder als Biofleisch zu vermarkten. Viele der Rinder konnten bis vor Kurzem oft nur als konventionelles Fleisch verkauft werden, da es in der näheren Umgebung keine Bioschlachterei gab. Biorinder, die vom ortsansässigen, nicht bio-zertifizierten Metzger geschlachtet wurden, konnten nicht als Biofleisch verkauft werden. Wollte man Biofleisch erzeugen, mussten die Rinder weite Strecken transportiert werden, um dann zu einen zertifizierten Schlachthof gelangen. Doch seit kurzer Zeit gibt es einen Lichtblick, die erste südhessische Bioschlachterei Schlachthof Odenwald, über die wir bald in unserem Magazin berichten wollen.

Kurzprofil

Weiße Hube / Trumpfheller

Kontakt
Weiße Hube
Hans und Sabine Trumpfheller
Hohe Straße 92
6472 Bad König / Momart
Tel: +49 6063 912555
Fax: +49 6063 912556

Öffnungszeiten:
nach telefonischer Absprache
Produkte:
Das Angebot umfasst folgende Produkte in Bioqualität:

Rindfleisch vom gelben Frankenvieh, Wurst, Hausmacher Wurst in Dosen, Schweinefleisch, Obstbrände, Liköre, Marmelade und Gelee.

Der Verkauf erfolgt ab Hof nach telefonischer Absprache.

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